Hermann Nitsch

11.07.–04.09.2020

Hermann Nitsch
aktionsmalerei im offenen farbspektrum

Eröffnung:
Samstag, 11. Juni 2020, 17.00 Uhr

„es macht mir grosse freude mich bei meinen arbeiten, die ich als achtzigjähriger noch herzustellen vermag, auf die blumenfarbige leuchtkraft der geschmierten farbsubstanz zu konzentrieren. mehr denn je ist mir die auferstehung ein prinzip.“ – Hermann Nitsch, 2019

Ab 1960 definierte Hermann Nitsch für jede seiner inzwischen über 80 Malaktionen eine spezifische Farbauswahl, die sich im Laufe der Jahrzehnte sukzessive erweiterte. In seinen aktuellen Arbeiten überrascht Nitsch durch neue Farbkompositionen, die mit einer opulenten Farbpalette aus leuchtenden Tönen besticht. Intensive Farbcluster mit reliefartiger Haptik treffen dabei auf transzendente Leichtigkeit. Inspiration hierzu fand Nitsch in den zarten Farben von Pfingstrosen und anderen Frühlingsblumen. Der mittlerweile 82-jährige Nitsch ist Mitbegründer des  Wiener Aktionismus und zählt als Aktionist, Maler, Grafiker, Komponist (Sinfonien, Orgelkonzerte) und  Bühnenbildner zu den vielseitigsten zeitgenössischen Künstlern. Sein Gesamtkunstwerk – das Orgien Mysterien Theater – umfasst das breite Spektrum seiner Kunst, indem es den Einsatz aller fünf Sinne erfordert – das Tragische führt zur Auseinandersetzung mit Fleisch, Blut und Eingeweiden. In seiner frühen Schaffensperiode orientiert sich Hermann Nitsch zunächst am Expressionismus, den er mit großteils religiösen Figurenszenen verbindet. Ab 1960, nach einer Zeit der Hinwendung Nitschs zur Literatur, kehrt er mit Werken, die dem Informel verpflichtet sind, zur Malerei zurück. In diesem Jahr finden auch erste Malaktionen statt, die die Idee des Orgien Mysterien Theaters umzusetzen versuchen. Die Aktionen, bei denen es um das intensive sinnliche Erleben verschiedenster Substanzen und Flüssigkeiten geht, werden in den folgenden Jahren immer provokativer. Nach Schrei- und Lärmaktionen als Abreaktionsspiele realisiert Nitsch Tierausweidungen und Aktionen mit Fleisch und Blut. Nach großen Erfolgen des Orgien Mysterien Theaters Ende der 60er Jahre in den USA folgen Aktionen auf der ganzen Welt. 1971 gelingt der Ankauf des niederösterreichischen Schlosses Prinzendorf aus dem Besitz der Kirche, wo Nitsch im Zuge groß angelegter Aktionen auch seine Vorstellungen von der Musik zu seinem Theater verwirklicht. Bei den Aktionen werden Lärmorchester, Schreichöre und elektronisch verstärkte Instrumente eingesetzt. Der Künstler selbst bleibt durch seine an zentraler Stelle im Bild eingefügten Malhemden, die er während der Arbeit trägt, anwesend und animiert den Betrachter, sich mit dem Malvorgang zu identifizieren und mit ihm ins Bild einzutreten. Höhepunkte von Hermann Nitschs Projekten sind das “Drei Tage Spiel” 1984 in Prinzendorf oder der Zyklus von Schüttbildern, die er 1987 in der Wiener Secession herstellen konnte. Das “6 Tage Spiel” verwirklicht Nitsch 1998. Seit den 90er Jahren wird seine Kunst auch immer häufiger in Ausstellungen gewürdigt, die häufig von Aktionen des Künstlers begleitet werden. In einer veränderten politisch-gesellschaftlichen Situation kann Nitsch sich als anerkannter Kunstschaffender etablieren. Hermann Nitsch lebt und arbeitet auf seinem Schloss in Prinzendorf an der Zaya, Niederösterreich sowie in Asolo, Italien. Seine Werke sind in zwei monografischen Museen in Mistelbach und Neapel sowie in der Nitsch Foundation in Wien und in den renommiertesten internationalen Museen und Galerien ausgestellt.

 

 

Foto: Christian Jungwirth

11.07.–04.09.2020

Hermann Nitsch
aktionsmalerei im offenen farbspektrum

Eröffnung:
Samstag, 11. Juni 2020, 17.00 Uhr

„es macht mir grosse freude mich bei meinen arbeiten, die ich als achtzigjähriger noch herzustellen vermag, auf die blumenfarbige leuchtkraft der geschmierten farbsubstanz zu konzentrieren. mehr denn je ist mir die auferstehung ein prinzip.“ - Hermann Nitsch, 2019

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Foto: Christian Jungwirth

11.07.–04.09.2020

Hermann Nitsch
aktionsmalerei im offenen farbspektrum

Eröffnung:
Samstag, 11. Juni 2020, 17.00 Uhr

„es macht mir grosse freude mich bei meinen arbeiten, die ich als achtzigjähriger noch herzustellen vermag, auf die blumenfarbige leuchtkraft der geschmierten farbsubstanz zu konzentrieren. mehr denn je ist mir die auferstehung ein prinzip.“ – Hermann Nitsch, 2019

Ab 1960 definierte Hermann Nitsch für jede seiner inzwischen über 80 Malaktionen eine spezifische Farbauswahl, die sich im Laufe der Jahrzehnte sukzessive erweiterte. In seinen aktuellen Arbeiten überrascht Nitsch durch neue Farbkompositionen, die mit einer opulenten Farbpalette aus leuchtenden Tönen besticht. Intensive Farbcluster mit reliefartiger Haptik treffen dabei auf transzendente Leichtigkeit. Inspiration hierzu fand Nitsch in den zarten Farben von Pfingstrosen und anderen Frühlingsblumen. Der mittlerweile 82-jährige Nitsch ist Mitbegründer des  Wiener Aktionismus und zählt als Aktionist, Maler, Grafiker, Komponist (Sinfonien, Orgelkonzerte) und  Bühnenbildner zu den vielseitigsten zeitgenössischen Künstlern. Sein Gesamtkunstwerk – das Orgien Mysterien Theater – umfasst das breite Spektrum seiner Kunst, indem es den Einsatz aller fünf Sinne erfordert – das Tragische führt zur Auseinandersetzung mit Fleisch, Blut und Eingeweiden. In seiner frühen Schaffensperiode orientiert sich Hermann Nitsch zunächst am Expressionismus, den er mit großteils religiösen Figurenszenen verbindet. Ab 1960, nach einer Zeit der Hinwendung Nitschs zur Literatur, kehrt er mit Werken, die dem Informel verpflichtet sind, zur Malerei zurück. In diesem Jahr finden auch erste Malaktionen statt, die die Idee des Orgien Mysterien Theaters umzusetzen versuchen. Die Aktionen, bei denen es um das intensive sinnliche Erleben verschiedenster Substanzen und Flüssigkeiten geht, werden in den folgenden Jahren immer provokativer. Nach Schrei- und Lärmaktionen als Abreaktionsspiele realisiert Nitsch Tierausweidungen und Aktionen mit Fleisch und Blut. Nach großen Erfolgen des Orgien Mysterien Theaters Ende der 60er Jahre in den USA folgen Aktionen auf der ganzen Welt. 1971 gelingt der Ankauf des niederösterreichischen Schlosses Prinzendorf aus dem Besitz der Kirche, wo Nitsch im Zuge groß angelegter Aktionen auch seine Vorstellungen von der Musik zu seinem Theater verwirklicht. Bei den Aktionen werden Lärmorchester, Schreichöre und elektronisch verstärkte Instrumente eingesetzt. Der Künstler selbst bleibt durch seine an zentraler Stelle im Bild eingefügten Malhemden, die er während der Arbeit trägt, anwesend und animiert den Betrachter, sich mit dem Malvorgang zu identifizieren und mit ihm ins Bild einzutreten. Höhepunkte von Hermann Nitschs Projekten sind das “Drei Tage Spiel” 1984 in Prinzendorf oder der Zyklus von Schüttbildern, die er 1987 in der Wiener Secession herstellen konnte. Das “6 Tage Spiel” verwirklicht Nitsch 1998. Seit den 90er Jahren wird seine Kunst auch immer häufiger in Ausstellungen gewürdigt, die häufig von Aktionen des Künstlers begleitet werden. In einer veränderten politisch-gesellschaftlichen Situation kann Nitsch sich als anerkannter Kunstschaffender etablieren. Hermann Nitsch lebt und arbeitet auf seinem Schloss in Prinzendorf an der Zaya, Niederösterreich sowie in Asolo, Italien. Seine Werke sind in zwei monografischen Museen in Mistelbach und Neapel sowie in der Nitsch Foundation in Wien und in den renommiertesten internationalen Museen und Galerien ausgestellt.