Nitsch Foundation
Die Nitsch Foundation wurde im Jahr 2009 gegründet, um die bedeutende Position des Künstlers Hermann Nitsch und seines Gesamtkunstwerkes zu unterstützen und zu vermitteln.
Insbesondere die Bewusstseinsbildung für den gedanklichen Überbau seines Werkes, die Herausgabe von Publikationen und Editionen, die Organisation von Ausstellungen und Vortragsreihen, die Erfüllung von Archiv- und Dokumentationsaufgaben sowie der Aufbau des Werkverzeichnisses dienen diesem Ziel.
Die dauerhafte und gemeinschaftliche Verfolgung dieser Aufgaben stellt das Leitmotiv der Nitsch Foundation dar.
Die Sammlung Friedrichshof ist eine private Initiative und zeigt zentrale Werke von Günter Brus, Otto Muehl, Hermann Nitsch, Rudolf Schwarzkogler und Alfons Schilling aus den 1960-er Jahren. Die Sammlungsbestände wurden seit Anfang der achtziger Jahre in der Aktions-Analytischen-Kommune Otto Muehls aufgebaut und nach deren Auflösung weitgehend erhalten. 2002 gingen Teile der Sammlung sowie des Archivs als Basis des neu gegründeten Aktionismusarchiv an das Museum Modernern Kunst (MUMOK) in Wien.
Heute gibt die Sammlung Friedrichshof, in Zusammenarbeit mit dem MUMOK, einen grundlegenden Einblick in die Entwicklungsgeschichte des Wiener Aktionismus. Die gemeinsamen Bestände bieten eine Plattform für seine wissenschaftliche Bearbeitung.
Über die kontinuierliche museale Präsentation der Bestände hinausgehend versteht sich die Sammlung Friedrichshof als Aktionsraum für Ausstellungen und Kolloquien mit dem Schwerpunkt auf experimentelle und zeitgenössische Kunstproduktion.
Das Archiv der Kommune Friedrichshof ist Teil der Sammlung Friedrichshof und wird für eine zukünftige wissenschaftliche Aufarbeitung vorbereitet.
Die von Architekt Adolf Krischanitz gestalteten Ausstellungsräume befinden sich rund 60 km südöstlich von Wien am Ort des ehemaligen kommunitären Lebensexperimentes, der heute in einer parkähnlichen Landschaft Wohnungen, Künstlerateliers, Sozialprojekte und ein Hotel mit Restaurant vereint.
www.sammlungfriedrichshof.at
Der Friedrichshof ist heute ebenso wie in seiner langen Geschichte einzigartig:
In der Antike führt eine Handelsroute entlang der heutigen "Römerstraße".
Auch keltische Siedlungen finden sich dort.
Im Mittelalter wird am heutigen Standort ein "Heidehof" erstmals urkundlich erwähnt.
Um 1890 gelangt dieser in den Besitz von Erzherzog Friedrich, der dem Hof seinen heutigen Namen gibt und ihn zu einem landwirtschaftlichen Mustergut ausbaut.
In den Dreißigerjahren wird der Gutsbetrieb aufgegeben. Die Gebäude verfallen.
1972 erwirbt eine Kommune rund um den Wiener Aktionisten Otto Mühl das Areal und begründet ein alternatives Gesellschafts- und Lebensmodell. Alte Gebäude werden renoviert und großflächig neue mit entsprechender Infrastruktur geschaffen. Die Landschaft wird aufgeforstet und gartenarchitektonisch umgestaltet.
Das Gesellschaftsexperiment der Kommune Friedrichshof von 1972–90 wurde maßgeblich vom Künstler Otto Muehl geprägt. In dieser Zeit wurde auch die Sammlung Friedrichshof aufgebaut, welche zentrale Werke des Wiener Aktionismus umfasst. 1990 löst sich die Kommune auf, und der Friedrichshof wird in eine Genossenschaft eingebracht. Viele der ehemaligen Mitglieder verlassen den Friedrichshof. Zahlreiche neue Bewohner siedeln sich an.
Heute leben rund 150 Menschen aus über zehn Nationen am Friedrichshof.
www.friedrichshof.at
