RICHARD KRIESCHE

KUNST KAPITAL ARBEIT FREIHEIT
Die Arbeit von Richard Kriesche nutzt die Mittel des gegenwärtigen
Kapitalisierungs- und Informatisierungsmarktes. Eins der diesbezüglich
geläufigen Werkzeuge ist gewissermaßen ein Weltstar, handelt es sich
doch um die omnipräsente Suchmaschine namens Google. Das zweite Tool
kennen wohl nur die Eingeweihten jener trotz Popularisierung so obskuren
Welt der Börse. Diese Software heißt Teletrader Professional. Kriesche
dienen beide als Ressource für seinen künstlerischen
Rückkoppelungsmechanismus, der sich nicht mehr mit den üblichen
Kunstbegriffen fassen lässt. Auf acht Projektionen werden Informationen
ge-und verhandelt, die in der Regel nicht in einem Atemzug genannt
werden. Sie werden miteinander in Beziehung gesetzt und stellen den
Betrachter vor die besondere Herausforderung, die durchaus sinnlichen
Informationsströme an die Vorstellung einer gewandelten Bedeutung der
Kunst rückzukoppeln. Das Movens Kriesches zur Produktion dieser Arbeit
hat seine Wurzeln in der Entfesselung des Kapitals, mit dem heutzutage
Werke von noch lebenden Künstlern bezahlt werden. Die Relationen sind
abhanden gekommen. Doch wie kann eine Kunst, deren Wert eben nach
überlieferten Begriffen mit Geld nicht bezahlbar ist, unter den
gegenwärtigen Bedingungen beschaffen sein? Die Antwort versucht der
Künstler zu geben.
Matthias Weiss, März, 2007



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RICHARD KRIESCHE BIOGRAPHIE

1940 geboren in wien, lebt und arbeitet in graz und wien
1958 matura am bundesrealgymnasium fürstenfeld.
1963 abschluß der studiums an der akademie der bildenden künste wien
graphik und malerei, universität wien, kunstgeschichte
1963 beginn der lehrtätigkeit an der höheren technischen bundeslehranstalt graz.
1973 gründung und aufbau der abteilung "audiovisuelle medien".
1964 diplom für graphik und malerei an der akademie der bildenden künste wien.
1968 assistent an der hochschule für angewandte kunst wien.
1969 gründung des kunstvereins "pool". mitherausgeber der zeitschrift "pfirsich".
1970/71 studienjahr am university college london.
1973 gründung der "poolerie" einer mediengalerie für fotographik,-film-und video.
1977 ernennung zum leiter des experimentalbereichs des AVZ-graz.(audiovisuelles
zentrum)
1978 gründung des "bvöst".(erster regionaler interessensverband bildender künstler)
1983/84 DAAD künstlerprogramm berlin.
1984 gründung von "kulturd@ta". labor für medien und kommunikationsgestaltung und
künstlerisch- wissenschaftliche forschungen.
1985/86 forschungsaufenthalt am M.I.T. cambridge, usa.
albert and vera list visual arts centre am "media lab" des M.I.T.
1988-91 lehrauftrag an der technischen universität wien über "ästhetik wissenschaftlich
technischer operationen".
1991 professor an der hochschule für gestaltung (c4) offenbach/main
"theorie und praxis der elektronischen bilderzeugung".
1995/96 gastprofessor an der „école supérieure des beaux arts“ für elektronische kunst, paris.
1996 stellvertretender leiter im referat „wissenschaft und forschung“ der steiermärkischen
landesregierung
1997 referatsleiter für „wissenschaftliche und künstlerische angelegenheiten“ im
forschungs- und kulturmanagement, bzw. referatsleiter „kultur und neue medien“ im
kulturreferat der steiermärkischen landesregierung,
1997 expert of the „council of europe’s cultural policy and action division“.
seit 1999 „europäische kommission“ unabhängiger experte für „policy development in the cultural sphere“ bzw. „culture, audiovisual policy and sport“.
1999-2003 mitglied des programmarbeitskreises: „kulturhauptstadt graz 2003“.
2004 eintritt in das landesmuseum joanneum, graz.
2005 leitung des medienunternehmens „kulturdata“
2007 ehrenkreuz für wissenschaft und kunst
2010 österreichischer kunstpreis für video- und medienkunst 2010
2011 „featured artist“ der ars electonica 2011

wesentliche ausstellungen:
DOCUMENTA 6, kassel. 1977
DOCUMENTA 8, kassel. 1987

34. BIENNALE DI VENEZIA.
42. BIENNALE DI VENEZIA.
46. BIENNALE DI VENEZIA.(preis der biennale: „menzio d’onore“. seit bestehen der biennale von venedig, ergeht erstmals ein preis der biennale an einen österreichischen künstler)
ARS ELECTRONICA, linz, 1989, 1994, 2003, 2010
ARTSAT - WELTRAUMSTATION MIR, (erstes kunstexperiment in der 30 jährigen geschichte sowjetischer raumfahrt, 1991.)

bislang an mehr als 370 ausstellungen weltweit teilgenommen. musee d'art moderne, paris; centre george pompidou, paris; museum of modern art, new york; institute of contemporary art, los angeles; municipal art gallery, los angeles; DDAD berlin; museum moderner kunst, wien; massachusetts institute of technology, MIT media lab- list visual art center, cambridge; washington project for the arts, washington; kunsthaus zürich; kunsthalle baden-baden; museum of modern art, oxford; galerije grada zagreba, zagreb; kunsthaus graz; kunsthistorisches museum, wien; akademie der künste berlin;