STEFAN GLETTLER

Es ist mir eine Freude, den großen Farbflächen beim Trocknen zuzusehen, oder den weitläufigen Mustern bei ihrer Geburt, wenn sie Streifen für Streifen, Folie für Folie, zur Welt kommen.

Oft bin ich in diesem Sommer in Stefans Atelier, und das Erlebnis dieser Entstehungsmomente ist für mich nicht nur Vorfreude auf die vollendeten Werke, sondern zugleich ein Blick zurück, teilweise weit zurück, bis in die Kindheit. Denn es sind auch Erinnerungen an die kindliche Begeisterung für Materialien und Werkzeuge, von denen sich Stefan leiten lässt, wenn er heute mit verwandelter Sicht neue Werke schafft, unter Einbeziehung dieser Materialen und Methoden. So ist die Mehrschichtigkeit von Leinwänden und das gezielte Freischneiden eine dieser Inspirationen, die aus der Gegenwärtigkeit nur scheinbar vergangener Begeisterung erwachsen ist.

Es ist dieses bemerkenswerte Energiefeld – ja gelegentlich Spannungsfeld –, das mich an den aktuellen Werken anzieht: Einerseits Freifläche und Größe gegen andererseits Festigkeit und Stabilität im Detail der konsequent gesetzten Muster. Einerseits Leichtigkeit und Hingeworfensein gegen andererseits die klare Sichtbarkeit von konzentrierter Ausarbeitung. In diesem Energie- und Spannungsfeld gehe ich auf Entdeckungsreise, dorthin, wo Grenzen und Ränder der Bilder neu definiert werden, oder dorthin, wo in den Brennpunkten sich überlagernder Linien die Temperatur im Wettspiel der Muster derart steigt, dass ein Flirren und Schweben entsteht. Dies geschieht auf erstaunliche Weise etwa im Schnittbereich „der Augen“ – wie ich sie schlicht nenne –, während gleichzeitig, außerhalb von ihnen im freien Weiß, eine dunkle „Tränenflüssigkeit“ oder „Lava“ in eigener Regie schwebt – ungebunden, vermeintlich richtungslos, losgelassen.

Dieser Sommer, der mir mit vielen Stunden in Stefans Atelier in besonderer Erinnerung bleiben wird, hat mich schließlich auch zu folgender Erkenntnis geführt:

Kauft euch große Wohnungen mit großen Wänden für diese großen Bilder.

Frank Ruf

Es ist mir eine Freude, den großen Farbflächen beim Trocknen zuzusehen, oder den weitläufigen Mustern bei ihrer Geburt, wenn sie Streifen für Streifen, Folie für Folie, zur Welt kommen. Oft bin ich in diesem Sommer in Stefans Atelier, und das Erlebnis dieser Entstehungsmomente ist für mich nicht nur Vorfreude auf die vollendeten Werke, sondern zugleich […]

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SELECTED WORKS

focussed III, 2020
Tempera auf Leinen
150 x 155 cm
Rückseite signiert datiert

headstand dancer, 2016, Beton/Epoxydharz/Textil, 137X46x46

jagging sun, 2019
Tempera auf Leinen
200 x 190 cm
Rückseite signiert datiert

Ears (7-teilige Rauminstallation), 2012, Öl auf Holz, 65x10x65cm

dancing seaweed, 2016, Beton/Epoxydharz/Textil, 183x58x58cm


Es ist mir eine Freude, den großen Farbflächen beim Trocknen zuzusehen, oder den weitläufigen Mustern bei ihrer Geburt, wenn sie Streifen für Streifen, Folie für Folie, zur Welt kommen.

Oft bin ich in diesem Sommer in Stefans Atelier, und das Erlebnis dieser Entstehungsmomente ist für mich nicht nur Vorfreude auf die vollendeten Werke, sondern zugleich ein Blick zurück, teilweise weit zurück, bis in die Kindheit. Denn es sind auch Erinnerungen an die kindliche Begeisterung für Materialien und Werkzeuge, von denen sich Stefan leiten lässt, wenn er heute mit verwandelter Sicht neue Werke schafft, unter Einbeziehung dieser Materialen und Methoden. So ist die Mehrschichtigkeit von Leinwänden und das gezielte Freischneiden eine dieser Inspirationen, die aus der Gegenwärtigkeit nur scheinbar vergangener Begeisterung erwachsen ist.

Es ist dieses bemerkenswerte Energiefeld – ja gelegentlich Spannungsfeld –, das mich an den aktuellen Werken anzieht: Einerseits Freifläche und Größe gegen andererseits Festigkeit und Stabilität im Detail der konsequent gesetzten Muster. Einerseits Leichtigkeit und Hingeworfensein gegen andererseits die klare Sichtbarkeit von konzentrierter Ausarbeitung. In diesem Energie- und Spannungsfeld gehe ich auf Entdeckungsreise, dorthin, wo Grenzen und Ränder der Bilder neu definiert werden, oder dorthin, wo in den Brennpunkten sich überlagernder Linien die Temperatur im Wettspiel der Muster derart steigt, dass ein Flirren und Schweben entsteht. Dies geschieht auf erstaunliche Weise etwa im Schnittbereich „der Augen“ – wie ich sie schlicht nenne –, während gleichzeitig, außerhalb von ihnen im freien Weiß, eine dunkle „Tränenflüssigkeit“ oder „Lava“ in eigener Regie schwebt – ungebunden, vermeintlich richtungslos, losgelassen.

Dieser Sommer, der mir mit vielen Stunden in Stefans Atelier in besonderer Erinnerung bleiben wird, hat mich schließlich auch zu folgender Erkenntnis geführt:

Kauft euch große Wohnungen mit großen Wänden für diese großen Bilder.

Frank Ruf

PAST EXHIBITIONS

Ausstellungsansicht | don´t panic it´s organic | 2016 | Galerie Zimmermann Kratochwill

Ausstellungsansicht | The World Rearranges Itself Around You | 2016 | Galerie Zimmermann Kratochwill

Ausstellungsansicht | The World Rearranges Itself Around You | 2016 | Galerie Zimmermann Kratochwill


BIOGRAPHY

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1980 geboren in Graz
lebt und arbeitet in Wien und in der Steiermark

2000- 2005 Studium der Malerei und der Grafik an der Akademie der bildenden Künste, Wien
2005 Diplom bei Walter Obholzer

 

Ausstellungen (2006-2020, Auswahl)

2020
International Drawing Biennale 2020, National Gallery of Kosovo, Pristina, KO

2019
deep field, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz
INSIDE OUT, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz
Stefan Glettler // Stefan Kreuzer, Galerie Gans, Wien
PARALLEL Vienna, Lassallestrasse 1, Wien, 2018

2018
Edition #o1, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz
PARALLEL Vienna, Wien (AT)

2017
Non Government Art, Knoll  Galerie,Wien (AT)
Come Closer, Stranger, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz (AT) (solo)
Where are we going?, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz (AT)

2016
The World Rearranges Itself Around You, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz (AT)
Dance with me, Massolit, Budapest (H) (solo)
Don't Panic It's Organic, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz (AT)

2015
not for sale, mo.ë, Wien (AT)
rötlichgrün, gelblichblau, KHG, Graz (AT) (solo)
tauweiss, Kabinett Galerie Straihammer und Seidenschwann, Wien (AT) (solo)
Das ist der Schatz, Kunstverein Eislingen, Eislingen (DE)
a likeness has blisters, it has that and teeth, Semperdepot, Wien (AT)
The Unwritten, mo.ë, Wien (AT)

2014
meine Herde, Loft 8, Wien (AT)
Fluxus, vienna contemporary gallery, Wien (AT)
on painting_sechs: und jetzt tanzen, PINACOTECA, Wien (AT)
content art, ambientartlab – laboratory for digital art and interactive media, Karlsplatz, Wien (AT)

2013
habit goes club-u, Otto-Wagner-Pavillion am Karlsplatz, Wien (AT) (site-specific installation)

2012
along the street, atelier35, Bukarest (RO)
5 Biennale der Zeichnung, Kunstverein Eislingen, Eislingen (DE)
Realität und Abstraktion II, Sammlung Liaunig, Museum Liaunig, Neuhaus (AT)

2011
hunt the hunter, Flat 1, Wien (AT)
habit au theatre café Picolo, Theatercafe Picolo, Österreichisches Kulturforum Paris, Paris (FR) (site-specific installation)
...und Paris liegt manchmal an der Mur, Akademie Graz, Graz (AT)
cartes postales à Reykjavik, Heimay (IS)

on-line - Schnittstellen österreichischer Zeichnungen, Galerie artepari, Graz (AT)

2010
Innenansichten 07, Stadtmuseum Graz, Graz (AT) (solo)
lambart pro.phet, Stift St. Lambrecht, St. Lambrecht/Murau (AT)
Stefan Glettler, Österreichisches Kulturforum Prag, kuratiert von Jiri Sevcik, Prag (CZ)
MUSA Startgalerie, Museum auf Abruf, Wien (AT) (solo)
Aquarellhappening Tux 2000-2009, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck (AT)

2009
Wettbewerbsausstellung Förderpreis bild. Kunst 2008, Neue Galerie Graz, Graz (AT)
Das Narrenschiff, Stadtwerkstatt Linz, Linz (AT) & St. Andre Kirche, Graz (AT)
Kopflos – Gepflanzt, BIZ: Business- und Innovationszentrum St. Pölten, St. Pölten (AT)
1st Danube Biennale, Meulensteen Art Museum, Bratislava (SK)

2008
Kunststoffkunst
, Nöart, St. Pölten (AT)
habit im Jenseits, Tanzcafe Jenseits, Wien (AT) (site-specific installation)
alice, Akademie Graz, Urania-Galerie im Palais Trauttmansdorff, Graz (AT) (solo)
Beauty Island, Fenster C, Wien (AT)

2006                                                                                                                                                                                                                                        
Sechs Bildhauerpositionen
, Galerie Merkle, Stuttgart (DE)
Radikal Deko, Blogger Apartement Berlin, Berlin (DE)
ZIFFT, swingr, Wien (AT) (solo)
Alle Tiere im Wald, Swingr, Wien (AT)
wolf, swingr, Wien (AT) (solo)
Frischfaser. Arbeiten auf Papier, Soho in Ottakring, Projektwerkstatt SOHO, Wien (AT)

2005
Diplomarbeiten 2004/2005, Akademie der bildenden Künste, Wien (AT)
Rok Rew, Gruppenshow, Wien (AT)
S/W, Forum Stadtpark, Graz (AT)

 

Projekte

2015-2018
KLUB IRRKO,  Verein für irrationale künstlerische Kollisionen, Konstellationen und Konstruktionen    www.klubirrko.wordpress.com
Klub Irrko Space Night, eine Reihe von (unbeschwerten) Vorträgen , bei denen KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und FreundInnen ihre (privaten) Forschungsgebiete vorstellen. Jeden 22. Tag des Monats. Ganglbauergasse 36/1 1160 Wien, 19.00 Uhr

2017
Karel Schwarzenberg, dancer, Auftragsarbeit im öffentlichen Raum, im Rahmen der Ausstellung: 400 Jahre Schwarzenberg in Murau.

2016
Bergstadt Innsbruck, Wettbewerbsbeitrag zu Kunst im öffentlichen Raum Tirol mit dem Architekten Günter Hainzl
Ressource Licht Graz, Wettbewerbsbeitrag von Stefan Glettler und dem Architekten Günter Hainzl

2011
carte postale à Graz – Reykjavik – Warschau de Paris, Zeichnungsprojekt, Paris (FR)

2006-2012
Kunstprojekte mit Drogenabhängigen, Schweizerhaus Hadersdorf, Wien (AT)

2009
Das Narrenschiff, Kunst- und Arbetisprojekt mit Häftlingen der JA Hirtenberg

2008
Jail Art – Das kriminelle Talent, Kunst- und Arbetisprojekt mit Häftlingen der JA Hirtenberg, Hirtenberg (AT)
Kopflos-Gepflanzt, Ausstellungsprojekt mit Langzeitarbeitslosen, St. Pölten (AT)

 

Preise, Stipendien

2016
Walter Koschatzky Kunst-Preis Stipendium, Rotary Club Wien-Albertina
Budapest, artist in residence, Stadt Wien

2012
Bucharest AIR, artist in residence, Land Steiermark

2011
Anni und Heinrich Sussmann Stiftung, Stipendium, Wien
Henkel Art.Award, Österr. Nachwuchspreis 2011, MUMOK, Wien
Atelierstipendium Paris, Cité Internationale des Artes, BMUKK

2010
lambart, Stift St. Lambrecht, St. Lambrecht/Murau

2009
Auslandsstipendium Land Steiermark nach Island, Reykjavik, Island

2008
Arbeitsstipendium des Landes Steiermark, Neue Galerie Graz