STEFAN GLETTLER

Nähe ist die Provokation der Gegenwart. Zu Stefan Glettlers dancers .

Tänzer nennen sich die Skulpturen von Stefan Glettler, sie tanzen im Raum und loten dessen Möglichkeiten aus . So wie zeitgenössische Kunst den Anspruch erhebt, die Potentiale der Welt um uns auszuloten und neu zu arrangieren, so fordern diese Tänzer vom sonst distanzierten Betrachter Aufmerksamkeit ein, sogar Berührung. Komm näher! Die Skulpturen sprechen eine Einladung aus, sie anzugreifen, zu schupfen, mit ihnen zu kämpfen oder eben ein rhythmisches Tänzchen zu wagen.  Nähe ist die Provokation der Gegenwart. Nur sie schafft wahre Verbindungen, ein Weiterkommen, einen Sinn und einen nächsten Schritt. In die Zukunft? Zu Dir? Die dancers fordern diese Nähe auf eine unwiderstehliche Art und Weise ein: Sie sind liebeswürdig. Freundlich. Unvollkommen. Hart. Lustig. Gemein. Tröstlich. Anschmiegsam.  Je nach Vorstellungsvermögen: Unanständig. Sie lassen uns nicht allein. Sie verleiten zu Beschreibungen, die in Texten zu Kunstwerken nicht erlaubt zu sein scheinen. „Absurde Zartheit und brutale Leichtigkeit“ schreibt ihnen der Autor Clemens Setz zu, als wären sie keine „Objekte“, sondern charaktervolle Wesen, jedes ganz individuell und einzigartig. Sie sind jedoch auch nutzlos: Die Skulpturen sind freundlicher Ausdruck des Paradoxons, dass sich der Zweck der Kunst durch ihre Zwecklosigkeit bestimmt (was nicht bedeutet, dass Kunst nicht gesellschaftliche und politische Aufgaben erfüllen kann): Obwohl ohne Zweck, wie schon Immanuel Kant festhielt, ist die Kunst für sich selbst zweckmäßig. An die Wirkung der Kunst zu glauben, bedeutet, dem Nutzen ihrer Nutzlosigkeit zu vertrauen. Dieses Vertrauen in eine ästhetische Erfahrung ist besonders in einer neoliberal-kapitalistischen und gnadenlos zweckorientierten Gesellschaft unentbehrlich. In diesem Sinn sind die dancers radikal mit unser Gegenwart verbunden. Wohin gehen wir? Wie kann Kunst unseren gewohnten Blickwinkel verändern? Was sind die Politiken des Möglichen, in Bezug auf den Zustand der Gesellschaft und die Ökonomien der Gegenwart? Margareth Otti

 

Nähe ist die Provokation der Gegenwart. Zu Stefan Glettlers dancers . Tänzer nennen sich die Skulpturen von Stefan Glettler, sie tanzen im Raum und loten dessen Möglichkeiten aus . So wie zeitgenössische Kunst den Anspruch erhebt, die Potentiale der Welt um uns auszuloten und neu zu arrangieren, so fordern diese Tänzer vom sonst distanzierten Betrachter […]

> more

SELECTED WORKS

ghost dancer, 2016, Beton und Epoxyharz, 106x46 cm
Foto: Thomas Ries

headstand dancer, 2016, Beton/Epoxydharz/Textil, 137X46x46

tattoo dancer, 2016, Beton, Polyestermasse, 2K Mattlack, 104x36x36cm

red robe dancer, 2016, Beton, Epoxydharz, Textil, 114x45x45

yellow dancer, 2016, Polyestermasse, Epoxyharz, 105x32x32cm

fruit dancer, 2016, Beton, Epoxydharz, 150x36x36cm

dancing seaweed, 2016, Beton/Epoxydharz/Textil, 183x58x58cm

needle eye dancer, 2016, Beton/Spachtelmasse/Lack, 117x46x46cm

chips, 2016, Tempera, Acryl auf Leinen, 145x110cm

ohne Titel (violette Punkte), 2016, Öl, Acryl auf Leinen, 150x130cm

Tauweiß III, 2015, Öl auf Leinen, 145x110cm

ohne Titel, (gelber Kamm), 2014, Öl, Acryl auf Leinen, 75x66cm

ohne Titel, 2013, Kasein/Acryl auf Leinwand, 67x48,5cm

untitled (violet areas), 2010, Öl auf Leinwand, 160 x130 cm

beard, 2009, Papier auf Holz, ca. 135x100x58 cm

ohne Titel, 2014, Öl auf Leinwand, 104x98cm

ohne Titel, 2014, Öl auf Leinwand, 104x98cm

ohne Titel (Target), 2010, Öl/Graphit auf Leinwand, 145x110cm

surrogate, 2004,Mischtechnik auf Leinwand, 170x250cm

ohne Titel, (Linien), 2004, Mischtechnik auf Baumwolle, 200x180cm

ohne Titel, 2013, Kasein/Acryl auf Leinwand, 67x48,5cm

ohne Titel, 2013, Kasein/Acryl auf Leinwand, 67x48,5cm

ohne Titel, 2013, Kasein/Acryl auf Leinwand, 67x48,5cm

ohne Titel, 2013, Kasein/Acryl auf Leinwand, 67x48,5cm

ohne Titel, 2013, Kasein/Acryl auf Leinwand, 67x48,5cm

ohne Titel, 2008, Öl auf Leinen, 85x66,5cm

Schatten I, 2012, Öl auf Leinen, 160x130cm

Flügel, 2014, Holz/Baumwolle/Teer, 100x15x40cm

o.T., 2012, Bleiguss, d 32 cm

Ears (7-teilige Rauminstallation), 2012, Öl auf Holz, 65x10x65cm

Horn, 2012, Holz/Textil, 20x60x40cm

Keil, 2013, Holz/Spachtelmasse/Metall, 30x7x48cm

Zunge, 2013, Holz/Wachs, 73x7x13cm


Nähe ist die Provokation der Gegenwart. Zu Stefan Glettlers dancers .

Tänzer nennen sich die Skulpturen von Stefan Glettler, sie tanzen im Raum und loten dessen Möglichkeiten aus . So wie zeitgenössische Kunst den Anspruch erhebt, die Potentiale der Welt um uns auszuloten und neu zu arrangieren, so fordern diese Tänzer vom sonst distanzierten Betrachter Aufmerksamkeit ein, sogar Berührung. Komm näher! Die Skulpturen sprechen eine Einladung aus, sie anzugreifen, zu schupfen, mit ihnen zu kämpfen oder eben ein rhythmisches Tänzchen zu wagen.  Nähe ist die Provokation der Gegenwart. Nur sie schafft wahre Verbindungen, ein Weiterkommen, einen Sinn und einen nächsten Schritt. In die Zukunft? Zu Dir? Die dancers fordern diese Nähe auf eine unwiderstehliche Art und Weise ein: Sie sind liebeswürdig. Freundlich. Unvollkommen. Hart. Lustig. Gemein. Tröstlich. Anschmiegsam.  Je nach Vorstellungsvermögen: Unanständig. Sie lassen uns nicht allein. Sie verleiten zu Beschreibungen, die in Texten zu Kunstwerken nicht erlaubt zu sein scheinen. „Absurde Zartheit und brutale Leichtigkeit“ schreibt ihnen der Autor Clemens Setz zu, als wären sie keine „Objekte“, sondern charaktervolle Wesen, jedes ganz individuell und einzigartig. Sie sind jedoch auch nutzlos: Die Skulpturen sind freundlicher Ausdruck des Paradoxons, dass sich der Zweck der Kunst durch ihre Zwecklosigkeit bestimmt (was nicht bedeutet, dass Kunst nicht gesellschaftliche und politische Aufgaben erfüllen kann): Obwohl ohne Zweck, wie schon Immanuel Kant festhielt, ist die Kunst für sich selbst zweckmäßig. An die Wirkung der Kunst zu glauben, bedeutet, dem Nutzen ihrer Nutzlosigkeit zu vertrauen. Dieses Vertrauen in eine ästhetische Erfahrung ist besonders in einer neoliberal-kapitalistischen und gnadenlos zweckorientierten Gesellschaft unentbehrlich. In diesem Sinn sind die dancers radikal mit unser Gegenwart verbunden. Wohin gehen wir? Wie kann Kunst unseren gewohnten Blickwinkel verändern? Was sind die Politiken des Möglichen, in Bezug auf den Zustand der Gesellschaft und die Ökonomien der Gegenwart? Margareth Otti

 

PAST EXHIBITIONS

Ausstellungsansicht | don´t panic it´s organic | 2016 | Galerie Zimmermann Kratochwill

Ausstellungsansicht | The World Rearranges Itself Around You | 2016 | Galerie Zimmermann Kratochwill

Ausstellungsansicht | The World Rearranges Itself Around You | 2016 | Galerie Zimmermann Kratochwill


BIOGRAPHY

Download Biography as PDF

1980 geboren in Graz
lebt und arbeitet in Wien und in der Steiermark

2000- 2005 Studium der Malerei und der Grafik an der Akademie der bildenden Künste, Wien
2005 Diplom bei Walter Obholzer

 

Ausstellungen (2006-2019, Auswahl)

2019
deep field, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz

2018
Edition #o1, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz
PARALLEL Vienna, Wien (AT)

2017
Non Government Art, Knoll  Galerie,Wien (AT)
Come Closer, Stranger, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz (AT) (solo)
Where are we going?, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz (AT)

2016
The World Rearranges Itself Around You, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz (AT)
Dance with me, Massolit, Budapest (H) (solo)
Don't Panic It's Organic, Galerie Zimmermann Kratochwill, Graz (AT)

2015
not for sale, mo.ë, Wien (AT)
rötlichgrün, gelblichblau, KHG, Graz (AT) (solo)
tauweiss, Kabinett Galerie Straihammer und Seidenschwann, Wien (AT) (solo)
Das ist der Schatz, Kunstverein Eislingen, Eislingen (DE)
a likeness has blisters, it has that and teeth, Semperdepot, Wien (AT)
The Unwritten, mo.ë, Wien (AT)

2014
meine Herde, Loft 8, Wien (AT)
Fluxus, vienna contemporary gallery, Wien (AT)
on painting_sechs: und jetzt tanzen, PINACOTECA, Wien (AT)
content art, ambientartlab – laboratory for digital art and interactive media, Karlsplatz, Wien (AT)

2013
habit goes club-u, Otto-Wagner-Pavillion am Karlsplatz, Wien (AT) (site-specific installation)

2012
along the street, atelier35, Bukarest (RO)
5 Biennale der Zeichnung, Kunstverein Eislingen, Eislingen (DE)
Realität und Abstraktion II, Sammlung Liaunig, Museum Liaunig, Neuhaus (AT)

2011
hunt the hunter, Flat 1, Wien (AT)
habit au theatre café Picolo, Theatercafe Picolo, Österreichisches Kulturforum Paris, Paris (FR) (site-specific installation)
...und Paris liegt manchmal an der Mur, Akademie Graz, Graz (AT)
cartes postales à Reykjavik, Heimay (IS)

on-line - Schnittstellen österreichischer Zeichnungen, Galerie artepari, Graz (AT)

2010
Innenansichten 07, Stadtmuseum Graz, Graz (AT) (solo)
lambart pro.phet, Stift St. Lambrecht, St. Lambrecht/Murau (AT)
Stefan Glettler, Österreichisches Kulturforum Prag, kuratiert von Jiri Sevcik, Prag (CZ)
MUSA Startgalerie, Museum auf Abruf, Wien (AT) (solo)
Aquarellhappening Tux 2000-2009, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck (AT)

2009
Wettbewerbsausstellung Förderpreis bild. Kunst 2008, Neue Galerie Graz, Graz (AT)
Das Narrenschiff, Stadtwerkstatt Linz, Linz (AT) & St. Andre Kirche, Graz (AT)
Kopflos – Gepflanzt, BIZ: Business- und Innovationszentrum St. Pölten, St. Pölten (AT)
1st Danube Biennale, Meulensteen Art Museum, Bratislava (SK)

2008
Kunststoffkunst
, Nöart, St. Pölten (AT)
habit im Jenseits, Tanzcafe Jenseits, Wien (AT) (site-specific installation)
alice, Akademie Graz, Urania-Galerie im Palais Trauttmansdorff, Graz (AT) (solo)
Beauty Island, Fenster C, Wien (AT)

2006                                                                                                                                                                                                                                        
Sechs Bildhauerpositionen
, Galerie Merkle, Stuttgart (DE)
Radikal Deko, Blogger Apartement Berlin, Berlin (DE)
ZIFFT, swingr, Wien (AT) (solo)
Alle Tiere im Wald, Swingr, Wien (AT)
wolf, swingr, Wien (AT) (solo)
Frischfaser. Arbeiten auf Papier, Soho in Ottakring, Projektwerkstatt SOHO, Wien (AT)

2005
Diplomarbeiten 2004/2005, Akademie der bildenden Künste, Wien (AT)
Rok Rew, Gruppenshow, Wien (AT)
S/W, Forum Stadtpark, Graz (AT)

 

Projekte

2015-2018
KLUB IRRKO,  Verein für irrationale künstlerische Kollisionen, Konstellationen und Konstruktionen    www.klubirrko.wordpress.com
Klub Irrko Space Night, eine Reihe von (unbeschwerten) Vorträgen , bei denen KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und FreundInnen ihre (privaten) Forschungsgebiete vorstellen. Jeden 22. Tag des Monats. Ganglbauergasse 36/1 1160 Wien, 19.00 Uhr

2017
Karel Schwarzenberg, dancer, Auftragsarbeit im öffentlichen Raum, im Rahmen der Ausstellung: 400 Jahre Schwarzenberg in Murau.

2016
Bergstadt Innsbruck, Wettbewerbsbeitrag zu Kunst im öffentlichen Raum Tirol mit dem Architekten Günter Hainzl
Ressource Licht Graz, Wettbewerbsbeitrag von Stefan Glettler und dem Architekten Günter Hainzl

2011
carte postale à Graz – Reykjavik – Warschau de Paris, Zeichnungsprojekt, Paris (FR)

2006-2012
Kunstprojekte mit Drogenabhängigen, Schweizerhaus Hadersdorf, Wien (AT)

2009
Das Narrenschiff, Kunst- und Arbetisprojekt mit Häftlingen der JA Hirtenberg

2008
Jail Art – Das kriminelle Talent, Kunst- und Arbetisprojekt mit Häftlingen der JA Hirtenberg, Hirtenberg (AT)
Kopflos-Gepflanzt, Ausstellungsprojekt mit Langzeitarbeitslosen, St. Pölten (AT)

 

Preise, Stipendien

2016
Walter Koschatzky Kunst-Preis Stipendium, Rotary Club Wien-Albertina
Budapest, artist in residence, Stadt Wien

2012
Bucharest AIR, artist in residence, Land Steiermark

2011
Anni und Heinrich Sussmann Stiftung, Stipendium, Wien
Henkel Art.Award, Österr. Nachwuchspreis 2011, MUMOK, Wien
Atelierstipendium Paris, Cité Internationale des Artes, BMUKK

2010
lambart, Stift St. Lambrecht, St. Lambrecht/Murau

2009
Auslandsstipendium Land Steiermark nach Island, Reykjavik, Island

2008
Arbeitsstipendium des Landes Steiermark, Neue Galerie Graz